In Bremen gibt es überdurchschnittlich viele Obdachlose. Rund 500 Menschen leben nach Schätzung des Senats in der Stadt Bremen auf der Straße. Unter ihnen soll es 150 bis 200 EU-Bürger geben, vorwiegend aus Rumänien und Bulgarien. Der Anteil der Minderjährigen unter den Wohnungslosen in Bremen ist bislang unbekannt.

Am 13. September 2017 unternahm der Pädagogik LK E-Phase von Frau Sanders einen Ausflug in die Bremer Innenstadt und traf den Obdachslosen Harald B. zu einem Gespräch.

Parallel bearbeiteten wir im Unterricht das Thema Grundbegriffe der Erziehung und stießen dabei auf die Geschichte eines Obdachlosen, der freiwillig auf der Straße lebt. Ein Mitschüler aus unserem LK arbeitet ehrenamtlich bei dem Verein "Bremen hilft der Straße". Er hat uns von dem Obdachlosen Harald erzählt, der ebenfalls freiwillig auf der Strasse lebt und ein Treffen mit ihm arrangiert.

 

Jeder Schüler hat etwas zu Essen oder zu Trinken mitgebracht und wir trafen uns mit Harald zum Frühstücken in den Wallanlagen. Beim gemeinsamen Essen fing Harald an uns seine Geschichte zu erzählen. Er berichtete von seinem bürgerlichen Leben vor der Obdachlosigkeit, von seinem Entschluss ein Dasein auf der Strasse zu führen und von den Vor - und Nachteilen, die sein Leben ihm nun bietet. Wobei seiner Meinung nach die Vorteile absolut überwiegen. Erstaunt waren wir über seinen Tagesablauf, der ein abwechslungsreiches Programm darstellt. Er setzt sich ehrenamtlich für Obdachlose ein, engagiert sich in der Politik und versucht Geld und Spenden zu erbetteln.

 

Wir durften jederzeit Fragen stellen zu jedem Thema, das uns interessierte und Fragen hatten wir tatsächlich viele! Vorrangig wollten wir natürlich wissen, warum er sich für ein Leben auf der Straße entschieden hatte und ob er es jemals bereut hat. Zum Schluss unseres Treffens zeigte er uns Bilder von seiner Hütte, in der er wohnt und schläft, denn ganz ohne Behausung möchte er im Alter von über sechzig Jahren nicht mehr sein.

 

Jeder in unserem Kurs, der wollte, durfte dann sogar selbst einmal die Rolle eines Obdachlosen einnehmen. An seinem festen Bettelplatz durften wir uns auf den Gehweg setzen und darauf hoffen, dass ein Passant Geld in die aufgestellte Schale werfen würde. Alle, die diese Rolle kurzfristig einnahmen, beobachteten, dass die Menschen möglichst keinen Kontakt wollten, noch nicht einmal Augenkontakt und lieber schnell wegsahen und weiter gingen. Das Gefühl sich in einer Bettelposition zu befinden, war für uns alle eine eher unangenehme Erfahrung.

 

Durch diesen Ausflug und das Gespräch mit einem Betroffenen haben wir unsere Sichtweise für Obdachlose geändert. Viele Mitschüler im Kurs möchten ihr Verhalten Menschen gegenüber, die anders sind bzw. leben, überdenken und weniger oberflächlich ihnen gegenüber auftreten.

Eine interessante Dokumentation zur Obdachlosigkeit in Bremen.

Ein Zeitungsartikel des Weser Kuriers über die Arbeit von „Bremen hilft der Straße“.

 

 

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